An der Sensation geschnuppert
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- Erstellt am Freitag, 09. September 2011 10:35
Swiss Mobiliar Cup 1/64 Final
UHC Opfikon-Glattbrugg (3. Liga GF) - Zürichsee Unihockey (NLB GF) 11:12 n.V. (4:1, 4:6, 3:4)
Line Up UHCOG:
P. Rauser, M. Arnesson (beide TW); M. Stalder (C), R. Schmid; P. Kuhn, M. Ariger, T. Edel; B. v. d. Meijden, K. Frick; S. Knébel, R. Stutz, A. Stutz; D. Knébel, D. Walter, R. Wipf, S. Ladner
Nach einem 9:6 Cupsieg in Runde 1 wurde der Herren1 Mannschaft des UHC Opfikon-Glattbrugg der Gegner Zürichsee Unihockey zugelost. Favorit in dieser 1/64 Finalpaarung waren die Gäste aus der Region Herrliberg/Küssnacht. Der UHCOG freute sich auf dieses Spiel, bekam man es doch schon in der 2. Cuprunde mit einem NLB Gegner zu tun und bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.
Die Devise war klar. Von der 1. Minute an in der Defensive dagegenhalten und vor allem mit Spass am Sport dieses Spiel bestreiten.
Von Anfang an konzentrierten sich beide Mannschaften vor allem auf ihr Spiel im Mittelfeld. Die 2. Sturmlinie von Opfikon-Glattbrugg erhöhte den Druck und nach einem Schuss kurz nach der Mittellinie konnte Stephan Knébel zur 1:0 Führung einschiessen. Nach einer Unachtsamkeit in der Mittelzone konnte der Gegner vom Zürichsee zum zwischenzeitlichen Unentschieden ausgleichen. Doch der UHCOG zeigte in dieser Spielfase viel Geduld und so spielte man sich in einen Spielrausch, welchen man schon lange nicht mehr gesehen hatte. Zwischen der 12. und 16. Minute konnte der Underdog seine Chancen nutzen und durch zwei Tore von Martin Ariger und einem von Roger Stutz mit 4:1 davonziehen. Dieser Vorsprung brachte das Team aus Opfikon-Glattbrugg sicher in die 1. Drittelspause. Das Team um Captain Stalder hatte den Favoriten ein Drittel lang dominiert und sein stärkstes Unihockey gezeigt. Die Spieler des UHCOG wussten, das Zürichsee Unihockey gewarnt war. In der Folge galt es das eigene Spiel weiter zu spielen.
Das 2. Drittel begann zwar mit einem raschen Gegentreffer, welcher aber kurz darauf mit einem weiteren sehenswerten Treffer durch Pascal Kuhn kompensiert werden konnte und somit der drei Tore Vorsprung wieder hergestellt wurde. Durch viele individuelle Fehler liess man in der Folge dem Gegner zu viele Bälle und vergass seine defensiven Aufgaben. Das Resultat dieser Unachtsamkeiten waren sechs Gegentore in sieben Minuten. Zwei dieser sechs Gegentreffer waren gar unglückliche Eigentore. Unsere Mannschaft war nach dieser Negativserie völlig verunsichert. Doch als alle von uns an ein Time-Out dachten, konnte Stefan Knébel mit einem weiteren Weitschuss auf 6:7 verkürzen. Knapp zwei Minuten später spielte die dritte Sturmlinie einen herrlichen Querpass und Martin Ariger konnte völlig ungedeckt zum 7:7 Ausgleich einschiessen. Nach 35 gespielten Minuten schloss Sebastian Ladner einen Angriff mit Abpraller per Backhandschuss zwischen den Beinen des gegnerischen Torhüters, zum 8:7 Führungstreffer ab. Die UHCOGler waren wieder in ihrem Spielrausch angekommen und die letzten fünf Minuten des 2. Drittels konnte man den Vorsprung sicher in die 2. Pause spielen. Unser Team wusste, dass die Cupsensation zum Greifen nahe war und jeder von uns war bereit, alles für diesen Triumph zu geben.
Im 3. und letzten Drittel überschlugen sich die Ereignisse. Zürichsee Unihockey die NLB-Mannschaft spielte jetzt spürbar besser und konnten nach 42 gespielten Minuten zum 8:8 ausgleichen. Durch eine Strafe konnte unser Gegner sein Powerplay aufziehen und per Volleyabnahme zur 8:9 Führung einschiessen. Doch wir glaubten weiter an uns und wurden in der 47 Minute dafür belohnt. Nach einem Freistoss in der neutralen Zone schloss Captain Michael Stalder zum erneuten Gleichstand von 9:9 ab. Drei Minuten später liess Roger Stutz den Torhüter stehen und der UHC Opfikon-Glattbrugg führte wieder mit 10:9. In der 56. Minute gelang dem Gegner nach einem Abpraller der Treffer zum 10:10 Ausgleich. Ein Time-Out in der 57. Minute liess beiden Mannschaften Zeit sich zu sammeln und die Taktik für die Schlussoffensive durchzugehen. Eine noch hektischere Schlussphase folgte und die Nerven wurden arg strapaziert. Doch dann passierte das Unfassbare. Ein weiteres Mal konnte die OGler Defensive den Ball nicht weit genug weg schlagen und Zürichsee Unihockey schloss 12.7 Sekunden vor Spielende zum 10:11 ab. Uns blieb nichts anderes übrig als für die letzten Sekunden unseren hervorragend haltenden Torhüter Pascal Rauser durch einen sechsten Feldspieler zu ersetzen. Der letzte Freistoss in der gegnerischen Platzhälfte und einen Querpass durch die ganze gegnerische Verteidigung später, schoss André Stutz das unglaubliche 11:11 ganze 5 Sekunden vor Schluss. Die Mannschaft des UHC Opfikon-Glattbrugg rettete sich in Extremis in die Verlängerung und der Jubel hallte schon lange nicht mehr so laut durch die Turnhalle Lättenwiesen.
In der Verlängerung hatten die Gäste von der Goldküste mehr vom Spiel und 2 Minuten vor Ablauf der Verlängerung, wurden sie ihrer Favoritenrolle doch noch gerecht. Sie schlossen einen Konter zum Endstand von 11:12 ab. Die Enttäuschung unserer Spieler war riesig. Die Moral und der Einsatz hatten das ganze Spiel über gestimmt. Das Team des UHCOG trat als Einheit auf und spielte eines ihrer besten Spiele. Leider schnupperten wir nur 63 Minuten an einer Sensation. Aber auf unsere gezeigte Leistung können wir trotzdem stolz sein. Man hat nicht jede Saison eine Chance gegen eine Mannschaft der zweithöchsten Liga zu spielen und diese während dem ganzen spiel so zu fordern.
Man darf heute schon gespannt sein, welches Potenzial weiterhin in dieser Mannschaft steckt und wie sie sich die folgende Saison in der Meisterschaft schlagen wird.
Roman Schmid